Vielleicht sind ihm alle einfach nur auf´n Sack gegangen?

Kaum ist der letzte Amoklauf gelaufen, stehen die Schuldigen schon fest: Killerspiele.
Der erste Satz, den ich in den Medien zum Amoklauf von Tim K. hörte, war:

“Es wurden Killerspiele auf seinem Rechner gefunden.”

Das hat mich ziemlich wütend gemacht, nicht weil ich diese Spiele in Schutz nehme, sondern einfach nur weil das doch niemals ein Auslöser sein kann. So dumm kann doch gar niemand sein…

Diese bösen, gewaltverherrlichenden und menschenverachtenden Computerspiele. Wo man seine “Feinde” an den Baum fesselt & erniedrigt, in enge Kammern sperrt und das Licht abdreht, sich evtl sogar Foltermethoden zur Bestrafung ausdenkt und die “Feinde” mit Steinen/Katzenkacke bewirft. Mal ganz abgesehen von den ganzen selbstgebauten Waffen -> Ille, Pfeil&Bogen, Speere usw, mit denen man aufeinander losgeht.

Ach nee! Das war bei Cowboy&Indianer/Räuber&Gendarm/Soldaten so… Das war ja in echt, nicht am Computer, wo man nur mit der Maus ´rumklickt… :rolleyes:

Macht aber nix, unpersönliche & abstrakte Killerspiele sind pöse. Wenn ich so´n Scheiß schon höre…
Und dann kommen auch wieder diese ganzen Psycho-Fritzen angeschissen und analysieren hin & her und kreuz & quer den größten Mist zusammen. *pfff

Mittlerweile steht fest, daß der Amokläufer von Winnenden wegen Depressionen in psychiatrischer Behandlung war, geholfen hat es aber wohl nix:

Nach Auskunft von Rech geht aus Musterungsunterlagen der Bundeswehr hervor, dass der Amokschütze im vergangenen Jahr wegen Depressionen in psychiatrischer Behandlung war. Er sollte die Therapie eigentlich in Winnenden fortsetzen, verweigerte dies jedoch. Das Klinikum am Weißenhof in Weinsberg (Kreis Heilbronn) bestätigte dem SWR, dass Tim K. dort fünf Mal wegen psychischer Probleme ambulant behandelt worden war.

Naja, was soll so eine Behandlung denn auch bringen, wenn man gehänselt, mißachtet, ausgelacht oder nicht für voll genommen wird?

Im Falle von Tim K. sollte man sich vielleicht auch fragen, ob die Eltern ihn nicht zu sehr verhätschelt haben, was ich persönlich schlimmer als eine strenge Erziehung finde.
Ich sehe ihn eigentlich schon in der Gruppe der “attention whores”, allerdings extremer als die/der durchschnittliche Borderliner & Ritzer*1
Evtl sollten die anderen behandelt werden, damit introvertierte Kinder und Jugendliche, die keine Lust auf den ganzen Scheiß*2 haben, endlich mal Ruhe bekommen.
Ich weiß nur eines: Wenn ich früher die Schnauze voll hatte, habe ich mich mit jedem, der es wollte*3 geprügelt, wenn´s gut für mich ausging, stieg das Selbstwertgefühl, wenn´s schlecht ausging hat es einen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, na und? Heutzutage scheint das aber nicht mehr so einfach zu sein, ich glaube, die Kids heute müßten jederzeit damit rechnen, ´n Messer in die Rippen zu kriegen, wenn sie´s auf diese Tour machen wollten. Also wird aufgerüstet, damit die anderen erst gar keine Chance haben, sich zu wehren.
Aber Killerspiele dafür verantwortlich zu machen ist doch echt nur ´ne ganz billige Masche, um sich aus der Affäre zu ziehen.
Die Psychoheinis sollen sich mal schön selbst therapieren, kommt eh nie was gescheites bei raus, und alle anderen sollten endlich mal mit dieser ganzen antiautoritären Scheiße aufhören, man sieht ja, wohin uns das gebracht hat, Studien zu dem Thema gibt´s genug.
Beispiel Alkohol unter Jugendlichen: Wenn mein Kind mit 13/14 Jahren besoffen nach hause kommen würde, gäb´s mit Sicherheit mehr, als 3 Tage Fernsehverbot oder so. Aber das ist ja heute alles tabu, wenn man ´nen Halbstarken nur mal schief anschaut, muß man sich ja schon rechtfertigen…

Jedenfalls, irgendeinen Grund wird er schon gehabt haben, so bitter das für alle Betroffenen auch ist. Und nein, ich heiße Amoklauf nicht für eine angemessene Lösung für irgendwas. Aber schaut doch mal, wie oft sowas mittlerweile vorkommt. Und daran sind nur die Killerspiele und der Amokläufer schuld? Niemand sonst? Die ganzen Debatten führen doch komplett in die falsche Richtung, so wie eigentlich immer.
In meinen Augen sind Amoklauf, Jugendgewalt & -kriminalität und min. 4/5 der Persönlichkeitsstörungen die logische & langfristige Folge von antiautoritärer Erziehung.

Ach, piß´ die Wand an, macht was ihr wollt, ich bin echt froh, daß ich keine Kinder habe, die in dieser Gesellschaft groß werden müssen.

Da fällt mir grad´ noch ein: Die Tage hatte ich was gehört zum Thema “Jugendliche & Alkohol an der Tanke kaufen”… Irgendein Gesetz soll da wieder mal verschärft werden. Seit wann ist Schnapskauf von Jugendlichen an der Tanke*4 denn erlaubt? Also, wir haben früher nicht so mir nix, dir nix Alk bekommen…???

In diesem Sinne: Macht doch was ihr wollt, nur geht mir nicht auf´n Sack.
Könnte sonst weh tun.

Den Angehörigen der Opfer möchte ich mein tiefstes Beileid aussprechen und noch mal deutlich darauf hinweisen, daß ich Aktion solcherart in keinster Weise gutheiße, auch wenn sich das schon mal anders anhört.
Aber ich mache in gleichem Maß auch Umfeld/Eltern/Gesellschaft/Erziehungsansstalten*5 verantwortlich.

Niemand tötet einfach so.

Nachtrag:
Zu den Waffen des Vaters sei angemerkt: Warum ist es in .de erlaubt, solche Mengen an Waffen zu besitzen? Und wo hatte er sie her? Wird sowas nicht überprüft?
Andererseits, wenn ich relativ gut betucht wäre, inkl Haus & Porsche, dann hätte ich defintiv auch eine Beretta im Nachttisch, daß ist mal klar. Aber eben nur eine.

Und bevor mich jemand als Prügler abstempelt, der auch vor Kindern nicht halt macht: Es geht nicht um Prügel, sondern darum, daß Kindern Grenzen gezeigt werden müssen, und das von Anfang an, nicht erst mit 14, und auf einen Schlag müssen sie die Konsequenzen für ihr Handeln tragen.

...weitersagen...
    1. wenn Borderline “Katzenscheiße” oder “großer grüner Arkelanfall” heißen würde, gäbe es auf einen Schlag 97% weniger “Kranke”, wollen wir wetten? []
    2. Gruppen-, Konsum-, Gesellschaftszwang []
    3. oder auch nicht []
    4. oder sonst wo []
    5. Lehrer und Mitschüler []

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