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Ich bin kein Rassist, ich hasse jeden.

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Ich bin Legende

Mo, 14.Januar.2008 - 03:18
Zuletzt geändert: Dienstag, 29. Januar 2008 - 17:44

Hmm, hmm, hmm.

Literaturverfilmungen sind ja immer so eine Sache…
Werden sie dem Buch gerecht? Leiden sie unter den Kürzungen? Bleibt die Handlung erhalten?

Zuerst mal eine grundsätzliche Frage, die ich mir selbst gerade stelle:
Ist dieser Film eine Literaturverfilmung oder basiert er nur auf einem Buch, was ist da der Unterschied?

Wikipedia hilft da nicht wirklich weiter:

Allerdings ist nicht jeder Film mit literarischer Vorlage eine Literaturverfilmung, sondern nur solche mit einem künstlerischen Anspruch, da es sich um einen bekannten, literarisch “wertvollen” Roman handelt.

Ich verstehe diesen Satz nicht, kann also im Endeffekt nicht sagen, ob “I Am Legend” eine Literaturverfilmung ist oder nicht.

Auf jeden Fall handelt es sich bei dem Film mit Will Smith um eine Adaption des 1954 erschienenen Science-Fiction-Romans von Richard Matheson, einem amerikanischen Schriftsteller, seinem Erstlingswerk. Er lieferte danach noch selbst einen Menge Drehbücher(u.a. Duell; Der Morgen danach) und weitere literarische Vorlagen, zum Beispiel für Joel Schumachers “Die unglaubliche Geschichte der Mrs. K.”.

Das Buch wurde vorher schon zwei Mal adaptiert, 1964 als “The last Man on Earth” mit Vincent Price und 1971 unter dem Namen “Der Omega-Mann” mit Charlton Heston in der Hauptrolle.

Zu diesen beiden Verfilmungen kann ich allerdings nichts sagen, k.A. ob ich die schon mal gesehen habe, möglich wäre es…

Das Buch selbst habe ich schon einige Male gelesen und werde es in den nächsten Tagen noch mal lesen, da das letzte Mal schon einige Jahre zurück liegt.

Wozu ich aber meine Meinung abgeben kann, sind die obengenannten Fragen…

  1. Wird die Verfilmung dem Buch gerecht?
  2. Leidet sie unter den Kürzungen?
  3. Bleibt die Handlung erhalten?

Zu Punkt 1:
Nicht wirklich, es wird zwar am Anfang ein wirklich gelungener Spannungsbogen erzeugt, in der 2. Hälfte wird die Spannung aber doch vernachlässigt und durch Action ersetzt. Auf die netten Psychospielchen der Verwandelten/Infizierten wird überhaupt nicht eingegangen, sieht man mal von der Falle mit “Fred”, die es in der Form im Buch allerdings nicht gibt, ab…

Punkt 2:
Eigentlich wären keine Kürzungen nötig, das Buch ist nicht allzu lang.
Und dem ist auch so. Merkwürdigerweise gibt es in dem Film mehr und andere Handlung als im Buch… Ich frage mich aber wirklich, ob der Drehbuchautor das Buch auch wirklich gelesen hat…???

Punkt 3:
Wie unter 2 schon erwähnt, gibt es eine komplett andere Handlung. Und die wird wohl auch erhalten bleiben…?
Keine Ahnung, was man davon halten soll…
Wahrscheinlich läuft das unter “künstlerische Freiheit”, die beiden anderen Verfilmungen scheinen ja auch in etlichen Punkten von der Vorlage abzuweichen.

Der Film selbst bietet nicht mehr als durchschnittliche Standardkost, die meisten Kritiker sehen das wohl ähnlich.
Die auf Wikipedia erwähnten Kritiken sind scheinbar von einem Fan ausgesucht worden, ich habe auf allen von mir frequentierten Filmseiten nur durchschnittliche Wertungen gelesen.

Schade, daß die Spannung vom Anfang nicht gehalten wird. Über die Darstellung der Verwandelten/Infizierten sollte man aber gnädig den Mantel des Schweigens hüllen…

Ob Will Smith die ideale Besetzung ist, darüber läßt sich natürlich streiten, ich zumindest muß immer schmunzeln, wenn er ein ernstes Gesicht macht, jener “Der Prinz von Bel-Air”-Effekt sitzt einfach zu tief(man muß sich nur mal daran erinnern, wie es war, als man die Serie in den 90ern zum ersten Mal gesehen hat). Dann noch ein Gedanke an “Independence Day” oder “Men in Black” und ich habe ein Grinsen im Gesicht. Da kann er noch so sehr versuchen ein ernstes Gesicht zu machen. :D
Ansonsten ist seine Leistung ganz ok, könnte aber noch einen Tick mehr Verzweifelung oder Resignation gebrauchen.

Das verlassene New York ist ähnlich gut gelungen wie das London in “28 Days Later” und somit recht eindrucksvoll.
Man entdeckt eh’ mehr Parallelen zu “28 Days later” als zu dem Buch, fällt mir gerade auf…
In diesem Vergleich geht “I Am Legend” allerdings unter und wirkt wie eine jugendfreie Version jenes Films.
Worauf sich FSK 16 bezieht, kann ich nicht nachvollziehen… Naja, evtl sind jüngere Zuschauer noch schreckhafter…
Der Film kommt aber im ganzen ohne brutale Szenen und Gemetzel aus, und im TV wird oft schon im Tagesprogramm brutaleres geboten.

Nach dem Film habe ich übrigens erst mal wieder das “Exodus”-Album von Bob Marley ‘rausgekramt… ;)

Das Fazit fällt mir recht schwer, einerseits ein sehr gutes Buch, andererseits ein durchschnittlicher Film, der allerdings vor grandioser Kulisse spielt…

Ich glaube, ich kann mich so gerade eben zu 3 Schnittern entschließen, um ihn ein wenig über dem Durchschnitt anzusiedeln…
Da darf ich aber nicht länger drüber nachdenken…

Also:
3 Reaper
(Mit ach&krach!)

Evtl sollte ich das Bewertungssystem überarbeiten und als Bestnote 6 Reaper einführen?
Neee, 5 müssen reichen, mit der 0er Wertung sind’s ja eigendlich auch 6!

PS:
ACHTUNG, SPOILER!!!

Der Hund hätte imho in keinster Weise infiziert werden und sterben müssen!
Warum ist Smith/Neville so lahm gekrochen??? Immerhin stand sein Leben auf dem Spiel!
Kurz vor der Attacke konnte er ja dann doch aufstehen und nach der Attacke, als sein Leben nicht mehr in Gefahr war, hat er den Hund getragen!
Wann entwickelt man wohl mehr Adrenalin und kann Schmerzen wegstecken? Wenn das Leben in akuter Gefahr ist oder erst wenn die Gefahr überstanden ist?! :rolleyes:
Außerdem war es doch nur ein Messerstich, nicht mal was gebrochen oder so. Und er war selbst schuld, er hätte das Messer ja auch zur Seite werfen können.
Was hat sich der Drehbuchautor dabei bloß gedacht? Im Buch kommt das alles nämlich nicht vor…
Wahrscheinlich sollte uns das den Verlust seiner letzten Bezugsperson näher bringen, ich hätte es aber wirklich lieber gesehen, wenn der Hund mit der Frau und dem Jungen überlebt hätte, wenn es schon ein Happy End geben muß, im Gegensatz zum Buch.
Man hätte ja mehr auf den Tod seiner Familie eingehen können, mit einer kleinen depressiven Zwischenszene oder so, und dafür den Hund überleben lassen können.
Ok, besser wäre der Film dadurch auch nicht geworden und man hätte sich einen anderen Grund für seine(dämliche) Racheaktion ausdenken müssen…
Aber das zeigt uns doch, das es mit dem Drehbuch nicht weit her ist, oder?

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Kommentare

5 Kommentare zu “Ich bin Legende”

  1. Friedel
    Donnerstag, 17. Januar 2008 @ 23:56

    Hab’ das Buch noch mal gelesen, das hat a-b-s-o-l-u-t nix mit dem Film zu tun! Wer das Drehbuch geschrieben hat, hat gerade mal den Namen der Hauptperson übernommen! *lol
    Das Buch ist im übrigen auch wesentlich spannender.
    Man kann beides in keinster Weise miteinander vergleichen. Ernsthaft, das sind zwei komplett verschiedene Handlungen.
    Die einzige Gemeinsamkeit, abgesehen von dem Namen, ist das “letzter Mensch auf der Welt”-Thema, sonst nix.

  2. Alex F
    Dienstag, 22. Januar 2008 @ 11:27

    Also ich fand den film unterhaltend. man sollte ihn auch an blockbustern aus dem selben genre messen und nicht an einer wirklich innovativen neuartigen Geschichte die es ja nicht gibt denn alles wiederholt sich in dieser branche.
    Das und vor allem “wie” der Hund (sein letzter begleiter) stirbt finde ich im gegensatz zu deiner meinung klasse lol. der zuschauer hat über mehrere sekunden die frage. wieso nimmt er den hund in seine arme. dann über die kameraführung wird klar was vor sich geht. als er den hund seinen letzten verbündeten umbringen muss, wird klar das die hf ein optimistischer mensch ist der seinen lebensmut und seine freiheit verteidigt. das erzeugt realismus. man sieht das er stark ist und seine chancen natürlich klein aber existent sind.
    ich will ja hier nichts schön reden aber als meine freunde
    mit mir ins kino gehen wollten hatte ich 2 gedanken
    1 das wird der beschissenste film seit langem
    2 wahrscheinlich wird er durch überlänge noch vielfach schlimmer
    Nach der exposition hast du recht die spannung wird extrem runtergefahren. gefällt mir auch nicht so dolle

    Positiv überrascht bin ich absolut vom Ende des Films.
    Obwohl der Film die hollywoodcliches beinhaltet:
    “Will Smith muss minutenlang BoB Marley singen weil er so cool ist dabei” denke ich das dieses mittel geringer als sonst genutzt wurde und durch kreative szenen. bsp. “hängt mit dem kopf nach unten durch einen zufall”, richtig gut gemacht ist. toll, das weiß das publikum zu schätzen. durch schöne scenen wie den zombie mit 200 puls und meiner lieblingszene “die Evakuierung” total geile kameraführung, leben oder tot wie er seinen kopf schwenkt, schwammige Massen skandieren und er die “ordner” überredet, nochmal zu gucken (klasse, einfach gut gemacht,
    Fazit: Fortschritt des amerikanischen blockbusters
    stil wird verstärkt, erklärungen sind plausibler und erzeugen symphatie für die figuren
    meiner ansicht nach ein stern mehr, weil die aufgabe die actionfans sowie die storyfans gleich zu versorgen sehr gut gelungen ist.
    die 3 oder 4 schockszenen erfrischen und diese mittel sind erst möglich einzusetzen wenn wie oben beschrieben der realismus
    spielraum bietet
    PEACE

  3. Friedel
    Mittwoch, 23. Januar 2008 @ 01:24

    Ohne Happy end, mit anhaltender Spannung und mit ein wenig überzeugenderer Darstellung der Infizierten hätte ich den Film mit Sicherheit auch besser bewertet.
    Es hätte nur mal etwas der Belagerung aus dem Buch in den Film schaffen müssen, dann wäre es wahrscheinlich schon besser geworden.

    Zum Hund: Im Buch gibt es auch einen, und auch dort stirbt er, aber das ganze steht vor einem ganz anderem Hintergrund, da der Hund das einzige lebende Wesen ist, das Neville nach sehr langer Zeit begegnet. Allein schon seine Versuche, den Hund an sich heranzulocken sind spannender, als die 2. Hälfte des Films!

    Zur Musik: Diese spielt auch im Buch eine Rolle(natürlich nicht Bob Marley! ;) ), da sie ja seine einzige Abwechslung ist! Es gab in den 50ern, als das Buch geschrieben wurde, weder Video noch DVD oder Computer. Smith kann sich in jeder Videothek frei bedienen, dass konnte Neville im Buch natürlich nicht!

    Was seine Familie angeht, ist das Buch auch wesentlich dramatischer. Ich wage zu behaupten, wenn der Film sich nur 50% an das Buch gehalten hätte, wäre er 100% besser geworden! Aber dann wäre er für Hollywood wahrscheinlich vieeel zu pessimistisch geworden…

    Wirklich, ich kann nur jedem, der sich hierher verirrt, das Buch wärmstens empfehlen!

  4. Alex F
    Mittwoch, 23. Januar 2008 @ 13:33

    Kleiner fehler in meiner bewertung. du gibst ne schlechte 3 ich ne gute. wie bin ich nur auf vier punkte gekommen?
    da fehlt noch was, dafür ist die “Stadtverfolgung” (Neville verfologt Rehe Krokos und Elefanten) echt langweilig. Teil eins der Hundestory (Hund wird infiziert) auch.
    Trotz alle dem ist die “Evakuierung” der Hammer. Ich fand das so spannend wie alles völlig eskaliert ist, als Nevilles Frau weggezogen wird. Das Buch wird wohl klasse sein das merkt man im Film.

  5. Friedel
    Sonntag, 27. Januar 2008 @ 13:18

    Kann schon mal vorkommen… :)

    Naja, diese komischen “Jagden” sollten wahrscheinlich nur mehr von der Kulisse zeigen…
    Im Buch “jagt” er eh’ die Infizierten, durchstöbert Häuser und killt sie.

    Weiter geht’s DA.

    Ich lasse aber die Kommentare hier auf, sonst wird’s ein Durcheinander…

    Ich frag’ mich nur, warum er in dem Film “Legende” ist???


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